Highlights entlang der Strecke

Emscher-Weg

Die abwechslungsreiche Route eröffnet vielseitige Ausblicke auf die Landschaft der Region und den spannenden Prozess des Flussumbaus. Entlang der Strecke finden sich Industriebrachen, die sich die Natur zurückerobert, ebenso wie historische Parks, Kunstwerke, wassertechnische Anlagen oder begehbare Halden.

PHOENIX See, Foto: Gabi Lyko, EMSCHERGENOSSENSCHAFT.

PHOENIX See, Foto: Gabi Lyko, EMSCHERGENOSSENSCHAFT.

Im östlichen Bereich des Emscher-Weges führt die Strecke am PHOENIX See entlang. 160 Jahre lang wurde in Dortmund-Hörde Stahl gekocht – heute ist auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks ein Freizeitareal und Naherholungsort entstanden. Der rund 24 Hektar große, künstlich angelegte See und seine Umgebung sind ein Musterbeispiel dafür, welche Impulse vom Umbau der Emscher ausgehen können.

Seit 2011 dient der rund 24 ha große, künstlich auf dem ehemaligen Gelände des Stahlwerks angelegte See nicht nur als  Hochwasserrückhaltebecken und Naherholungsort für die Bevölkerung, sondern bietet auch einen neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Die anbei fließende Emscher und der Hörder Bach, die Jahrzehnte lang unterirdisch verrohrt verliefen, wurden von der EMSCHERGENOSSENSCHAFT ökologisch verbessert und wieder ans Tageslicht geholt. Heute sucht sich die Emscher über ein bis zu 50 Meter breites Flussbett am Nordrand des Geländes bereits ihren eigenen Weg. Der Hörder Bach dient inzwischen als naturnahes Stadtgewässer der ökologischen Vernetzung des wertvollen Naturraumes im Oberlauf mit der Emscher. Darüber hinaus prägt sein attraktiver Bachlauf das neue Zentrum Phoenix am Hafen. Ob zum Segeln, Paddeln, Spazierengehen, Radfahren oder Skaten, der PHOENIX See lädt zu vielfältigen Aktivitäten ein.

Walkway and Tower von Tadashi Kawamata, Foto: Roman Mensing, emscherkunst.

Walkway and Tower von Tadashi Kawamata, Foto: Roman Mensing, emscherkunst.

In Castrop-Rauxel kreuzt der Rhein-Herne-Kanal die Emscher, die dabei durch einen Düker den Kanal unterquert. Von dem nah gelegenen Aussichtsturm „Walkway and Tower“ des japanischen Künstlers Tadashi Kawamata eröffnet sich ein weiter Blick auf das Wasserkreuz und den regen Schiffsverkehr auf dem Kanal sowie auf die Emscher-Insel – ein rund 34 Kilometer langer Landstreifen zwischen Emscher und Kanal von Castrop-Rauxel bis Oberhausen. In Windungen führt ein Holzsteg zum Turm, der zwar alle Anforderungen einer funktionalen Architektur erfüllt, vom Künstler in konzeptueller Hinsicht aber als Skulptur verstanden werden soll. Ganz bewusst wirkt der Turm provisorisch und unfertig und weist auf die Vergänglichkeit allen Seins hin.

Am nördlichen Rand von Bottrop-Ebel direkt am Emscher-Weg liegt die ehemalige Kläranlage Bernemündung. Seit dem Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 wird der Umbau der Emscher durch die EMSCHERKUNST künstlerisch begleitet. Im Zuge der Kunst-Triennale wurde das Gelände zu einem öffentlichen Bürgerpark umgestaltet, dem BernePark. Im früheren Maschinenhaus befindet sich heute eine Gastronomie, die ehemaligen Klärbecken erhielten durch künstlerische Installationen eine neue Bedeutung: Entlang der Beckenränder erleuchtet abends eine Lichtinstallation von Mischa Kuball und auf dem Dach des Maschinenhauses prangt der Schriftzug „Catch as Catch can“ von Lawrence Weiner.

ParkHotel, BernePark, Foto: Gabi Lyko, EMSCHERGENOSSENSCHAFT

ParkHotel, BernePark, Foto: Gabi Lyko, EMSCHERGENOSSENSCHAFT

Außerdem haben die Künstler Piet Oudolf und GROSS.MAX in einem der ehemaligen Klärbecken das „Theater der Pflanzen“ erschaffen – über 21.000 Pflanzen, Stauden und Blumen wurden dafür auf der Fläche zu einem natürlichen Gemälde angeordnet, welches zum Flanieren, Meditieren und Verweilen einlädt. Daneben bietet das „Parkhotel“ Besuchern ausgefallene Übernachtungsmöglichkeiten in Form von umgebauten Kanalrohren.

Der 28 Hektar große Volkspark Kaisergarten in Oberhausen wurde in den vergangenen Jahren ökologisch und gestalterisch aufgewertet und das Gewässersystem bestehend aus einem verzweigten Altarm der Emscher mit seinen Ufern von der EMSCHERGENOSSENSCHAFT wieder erlebbar gemacht. Leicht, wild und unregelmäßig wie ein geworfenes Seil führt die spiralförmige Brückenskulptur „Slinky springs to Fame“ vom Kaisergarten über den Kanal auf die Emscher-Insel und zur heutigen Emscher, die in den kommenden Jahren noch umgestaltet wird. Die einzigartige Konstruktion des Frankfurter Architekten und Künstlers Tobias Rehberger entstand im Rahmen der EMSCHERKUNST und ist inzwischen zu einer neuen Landmarke der Region avanciert.

Dinslaken mündet die Emscher nach rund 80 Kilometern in den Rhein. Noch stürzt sie dort über ein sechs Meter hohes Bauwerk in den Fluss – eine ökologische Barriere, die Fische und andere Lebewesen nicht passieren können. 2014 hat die EMSCHERGENOSSENSCHAFT mit dem Neubau der Emschermündung begonnen, im Zuge dessen wird die Mündung weiter Richtung Norden verlegt und ein neuer Mündungsbereich geschaffen. So entsteht hier in einigen Jahren eine natürliche Auenlandschaft.

Hof Emschermündung, Foto: Tim Foltin, EMSCHERGENOSSENSCHAFT.

In Heute schon lädt der Hof Emschermündung mit Picknickplätzen, einem Kinderspielplatz mit Barfußpfad und Café  zu Rast und zum Verweilen ein. Die ehemalige Hofanlage von 1911 nahe der Emschermündung in Dinslaken wurde 2013 von der EMSCHERGENOSSENSCHAFT renoviert und umgebaut.  Die zentrale und günstige Lage an der Mündung der Emscher in den Rhein sowie in der Nähe zu wichtigen Radwegeverbindungen war für die EMSCHERGENOSSENSCHAFT ein Anlass, den Hof durch eine umfassende Umgestaltung in neuer Weise zu beleben und für Besucher zu öffnen. Heute dient der Hof nicht nur als informative Anlaufstelle für den Umbau der Emscher, sondern auch als Ort des informellen Lernens, Erlebens und Erfahrens ökologischer Zusammenhänge.

Insgesamt laden über 40 Erlebnisstandorte und Rastplätze ein, die Ufer der Emscher zu erkunden. Mehr zu den Kunstwerken entlang der Route erfahren Sie übrigens unter www.emscherkunst.de.